Probenfahrt der Hermann-Ober-Ensembles

Vom 3. bis 5. Oktober fuhren der Hermann-Ober-Kinderchor, das Orchester und der Chor in das Feriendorf Dorado in Marienwerder.

Am Freitag starteten pünktlich um 10 Uhr das Orchester und der Chor mit den ersten Sätzen aus dem deutschen Requiem von Johannes Brahms, während der Kinderchor „Die unvorstellbare Geschichte“, das Krippenspiel, probte.

Während wir am Freitag vom Sonnenschein begleitet wurden, regnete es am Samstag vorwiegend. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, eher im Gegenteil. Am Samstagabend kamen das Orchester und der Chor in den Genuss einer Voraufführung des Krippenspiels. Das Krippenspiel lässt sich auf jede beliebige Kinderanzahl anpassen, kann also mit weniger oder mehreren Kindern aufgeführt werden, welche unterschiedliche Rollen schlüpfen können.

Geschrieben wurde es von Mitgliedern des Ensembles, Katrin Barthel verfasste die Texte, die Musik stammt von Volker Hedtfeld und die Idee und Konzept  von Julia Hedtfeld. In Zusammenarbeit mit der Kirchenmusikabteilung kann das Krippenspiel vollständig oder einzelne Teile daraus erworben werden. Weitere Infos findet man hier: Krippenspiel
Neben der intensiven Probenarbeit hatten wir während der Pausen und abends auch genug Zeit für persönliche Gespräche und Austausch.

Erntedankgottesdienst am Sonntag

Am Sonntag folgte dann der Höhepunkt des gemeinsamen Wochenendes, Bezirksvorsteher Jens Lange feierte mit den Ensemblemitgliedern den Erntedankgottesdienst. Dem zugrunde lag das Bibelwort „Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ (Kolosser 3, 17).

Unter dem Lied „Jauchzet Gott alle Lande“ begann der Gottesdienst an einem sonnigen Sonntagmorgen, begleitet von einer spürbaren Leichtigkeit und Freude über all das, was Gott geschaffen hat, zum Beispiel beim Pilzesammeln im Wald.

Der Erntedanktag dient auch als Perspektivwechsel. Vorwiegend dabei ist natürlich die Dankbarkeit für alles, was Gott uns gibt. So zeigen Studien, dass negative Dinge schneller vergessen werden als die positiven. Wir sollen ganz bewusst damit umgehen, woran wir uns erinnern.

Die Erzählung von Zachäus machte Mut, den eigenen Alltag zu unterbrechen. Zachäus verließ seinen Arbeitsplatz, das, was eigentlich Vorrang in seinem Leben hatte, nur um Jesus zu sehen. Manchmal kann man nicht „über“ jede Situation hinwegsteigen; manchmal muss man sich durchwühlen, bis jemand einen herauszieht. So wie Zachäus auf dem Baum eine neue Perspektive gewann und diesen als Erhöhung nutze, brauchen auch wir unsere „Fußbänke der Dankbarkeit“: Erinnerungsorte an Gottes Wirken in unserem Leben.

Diakon Kirschstein predigte davon, dass nicht alles im Leben leicht ist. Schmerz, Krankheit und Verlust kosten Kraft. Doch wie beim Requiem, das in der Trauer verfasst wurde und dennoch Hoffnung atmet, bleibt Gemeinschaft, bleibt Erinnerung. Und Gott bleibt da.

Priester Grasse berichtete, dass Stimmgruppen im Chor und im Orchester einfach oder mehrfach besetzt sind. In einfacher Besetzung fällt es schnell auf, wenn man einen Fehler gemacht hat. Wenn man mehrfach besetzt ist, kann man sich gut hinter anderen verstecken. Aber im Ensemble hat jeder seine Aufgabe und Verantwortung zu tragen.

Auch unser Glaube ist mehr als Zurückhaltung, er ist aktives Handeln, Verantwortung übernehmen, füreinander einstehen. Nicht kneifen, nicht verstecken, sondern sich gegenseitig Halt geben. Und auch sich an anderen und am Kreuz anlehnen dürfen. Der Gottesdienst endet nicht mit dem letzten Amen. Er beginnt überall, wo Dankbarkeit gelebt wird.

Ausblick

In diesem Jahr werden noch beide Stücke aufgeführt, die am Probenwochenende geprobt wurden.

Das Deutsche Requiem von Johannes Brahms wird am 15. November in Doberlug-Kirchhain und am 16. November in Berlin Kreuzberg, jeweils um 17 Uhr, aufgeführt. Tickets können kostenfrei hier reserviert werden: Jetzt Plätze sichern!

Am 6. Dezember um 16 Uhr wird in der Kirche in Prenzlauer Berg das Krippenspiel aufgeführt. Sie sind als Publikum herzlich eingeladen! Das Krippenspiel wird auch aufgezeichnet und später veröffentlicht.