Bereits 1931 hatte sich zu den Übungsstunden eine immer größer werdende Zuhörergruppe aus Angehörigen der Sängerinnen und Sänger sowie von interessierten Geschwistern und Urlaubern gebildet. Nach der schweren Erkrankung des Bezirksapostels Lax 1933 übernahm Bezirksapostel Landgraf ab Juli 1934 die Betreuung des Apostelbezirkes Berlin. Als ehemaliger Basssänger hatte er ein weites Herz für den Gesang und erweiterte die Aufgaben des Schulchores. Er gestattete allen Interessenten - auch Gästen -, die Schulchorübungsstunden ohne besondere Einladungen als Zuhörer zu besuchen. Aus diesem Grund wurden ab 1935 die großen Berliner Gemeinden, die Emporen aufwiesen, für diese Stunden genutzt. Kurzzeitig war es Mitte der dreißiger Jahre üblich, dass größere Gemeindechöre in der Schulchorübungsstunde vorgegebene Lieder vortragen mussten. Diese Vorträge wurden sogar bewertet. Im Jahre 1938 kam es zur Einführung der Schulchorsingen, so dass es nun im vierzehntätigen Rhythmus eine Übungsstunde und eine Vortragsstunde gab. Damit füllten sich die Emporen mit begeisterten Zuhörern, die aus dem gesamten Apostelbezirk, später aus den jeweiligen Gemeindebereichen des Schulchorortes beziehungsweise den eingeladenen Ältestenbezirken kamen.
Einführung der Vortragssingen
Die ersten Karten
Da die Schulchorgemeinden zu den Singen immer überfüllt waren, kam es im Jahre 1949 zur Ausgabe von Schulchorkarten für Singende und Zuhörende. Die Sängerkarten sollten innerhalb der Gemeinden getauscht werden, um allen interessierten Sängerinnen und Sängern den Besuch des Schulchores zu ermöglichen. Die Sängerkarten wurden nun zu "Streit-" beziehungsweise "Schmuggelobjekten", denn nicht alle waren gehorsam. So betraten zum Beispiel einige Sänger/innen mit ihren Karten den Kirchenraum, dann sammelte ein "Schleuser" die Karten wieder ein und begab sich nach draußen, um die dort Wartenden zu versorgen.
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